Präsentation & Auftritt

Viele gute Projekte scheitern nicht an der Qualität — sondern an der Präsentation

← Zurück zum Blog Nikola Vodicka beim Capstone Project an der Hochschule Burgenland

Es gibt viele gute Projekte, die nicht an der Qualität scheitern, sondern an der Präsentation. Das passiert Startups, Selbständigen und im Hochschulkontext gleichermaßen.

Letzte Woche war ich wieder an der Hochschule Burgenland — im sechsten Jahr als Lektorin im Projekt Capstone mit den Schwerpunkten Präsentation, Stimme und Interaktion. Und auch diesmal war ich überrascht, wie schnell sich Präsentationen verändern können, wenn Menschen beginnen, bewusst aufzutreten statt nur Inhalte abzuliefern.

Drei Dinge fallen mir dabei immer wieder auf:

Erstens: Folien werden als Absicherung genutzt, nicht als Unterstützung. Sobald sie nicht mehr zum Ablesen dienen, sondern zur Strukturierung, verändert sich die gesamte Wirkung.

Zweitens: Stimme und Präsenz werden unterschätzt. Blickführung, Pausen und Betonung entscheiden darüber, ob Inhalte ankommen oder verpuffen.

Drittens — und das wird am deutlichsten bei Gruppenpräsentationen: Die meisten Gruppen wirken nicht wie Gruppen. Sondern wie einzelne Beiträge hintereinander. Eine Person beendet ihren Teil, oft mit einem „genau", Blick zur Seite — kurze Unsicherheit — und das Publikum wartet, wer als Nächstes übernimmt.

Das wirkt nicht nach Team. Das wirkt wie Zufall. Eine gute Gruppe erkennt man nicht am Inhalt. Sondern am gemeinsamen Auftritt.

Was das konkret bedeutet: Sie sprechen sich an, schauen sich an und reagieren aufeinander. Nicht parallel, sondern miteinander. Auch visuell zeigt sich das — zum Beispiel durch abgestimmte Kleidung oder gleiche Moderationskarten.

Eine Präsentation ist kein Staffellauf ohne Übergabe.

Und genau deshalb begeistert mich diese Arbeit immer wieder: Weil oft schon kleine Veränderungen reichen, damit aus einer mittelmäßigen Präsentation plötzlich ein souveräner Auftritt wird. Und genau das lässt sich lernen. Schneller, als die meisten glauben.