Was macht eine “gute Stimme” aus?

Gedanken nach einem Stimmworkshop

Als ich meine TN beim gestrigen Stimmworkshop fragte, was eine „gute Stimme“ ausmacht, sahen mich alle an, als hätte ich sie nach der Gleichung der Eulerschen Identität gefragt. 

Die Antworten blieben aus. Wieso überraschte es mich gar nicht? Natürlich war dies nicht mein erster Workshop und ja, in den meisten Seminaren werde ich nur fragend angeschaut. Manchmal kommen Aussage wie Melodie, Betonung oder Klang. Noch nie wurde die Frage ausreichend beantwortet.

Warum ist das so? Wieso wissen wir so wenig Bescheid über unser wichtigstes Instrument – die Stimme? Tag für Tag benutzen wir unsere Stimme, unterhalten uns, präsentieren, stellen Fragen, machen Witze, streiten, führen Fach- und Verkaufsgespräche, motivieren, loben, spenden tröstende Worte. 

Und trotzdem wissen wir mehr über unser Mobiltelefon oder unsere Lieblingsserie/das Lieblingsessen zu berichten, als zu unserem wertvollsten Werkzeug. Mir ging es nicht anders.

Wann bin ich überhaupt zum ersten Mal mit dem Thema Stimme in Berührung gekommen?

Es war ein äußerst ungünstigen Augenblick: 

Ich stand auf der Bühne der Kammerspiele und hatte gerade meine drei einstudierten Stücke aufgesagt. Es war die Eignungsprüfung vor der paritätischen Kommission. Die Prüfungskommission lobte mich ob meiner schauspielerischen Fähigkeiten. Danach sah sie mich streng an und meinte: „Die Stimme geht aber nicht. Dieses langgezogene O und dieser Dialekt. Suchen Sie sich bitte eine Stimmtrainerin und kommen Sie danach wieder“. Die weiteren Lobeshymnen betreffend meiner schauspielerischen Darbietung vernahm ich nicht mehr. Ich war am Boden zerstört. Und ich stellte mir damals eine einzige Frage:

Wieso hat mir das noch niemand gesagt? 

Heute weiß ich: die Stimme ist ein Tabu Thema  

Ob unsere Stimme und Sprechweise gut oder schlecht sind, erfahren wir meist nur dann, wenn wir mit unserer Stimme und Sprechweise positiv auffallen. Selten umgekehrt. Dann wird vielleicht hinter dem Rücken getuschelt, aber ihr selbst erfährt dieses Manko meist als Letzte oder Letzter. So wie Menschen, die nach Schweiß riechen oder über schlechten Mundgeruch verfügen, werdet auch ihr nicht erfahren, dass es anstrengend ist, euch zuzuhören. Absurd? Ist aber so.

Korrigieren wir Menschen, die undeutlich sprechen? Ja natürlich, werdet ihr jetzt vielleicht antworten. Ehrlich? Einmal stellt ihr vielleicht die Frage: „Was haben Sie gesagt? Ich habe Sie nicht verstanden!“. Möglicherweise noch ein zweites Mal. Aber danach halten wir lieber den Mund und nicken höflich, obwohl wir kaum etwas vernommen haben. Es ist mühsam, ständig nachzufragen und unhöflich oben drein – das ist die gängige Meinung.

Zurück an den Start: was macht nun eine „gute Stimme“ aus? Ich frage absichtlich nicht, was eine „schöne Stimme“ ausmacht, denn diese liegt im Auge des Betrachters oder besser gesagt im Ohr des Zuhörers.

Stimme ist Atem.  

Das werdet ihr wahrscheinlich gewusst haben. Wie aber atmen wir richtig?

Habt ihr schon von der Indifferenzlage – sprich der eigentlichen Stimmlage gehört?

Das ist die ideale Stimmlage, in der wir sprechen können, ohne unsere Stimme zu ermüden. Klingt doch interessant, oder?

Trotzdem haben wir in der Schule nichts davon gehört. Ich muss zugeben, ich habe nicht immer aufgepasst, aber heute weiß ich von all meinen Kundinnen und Kunden, dass auch diese nichts davon gehört haben. 

Je besser die Artikulation, desto leichter machen wir es unseren Zuhörerinnen. 

Aber wie können wir die Aussprache verbessern, ohne dass wir viel Zeit und Geld investieren müssen? Ist das anstrengend? Die meisten von uns haben doch so schon wenig Zeit.

Ich kann euch versprechen: es ist einfacher, als ihr denkt. Schon mit wenigen Übungen und nur ein paar Minuten am Tag bzw. vor einem Auftritt könnt ihr die Aussprache drastisch verbessern. Euer Publikum wird es euch danken!

Lautstärke

Hier habe ich von Otto Schenk und Helmuth Lohner auf unseren gemeinsamen Tourneen einen wunderbaren Tipp bekommen: Sprich immer zum weitesten Punkt im Raum. Natürlich nicht, wenn ihr ein Mikrofon verwendet :-). Steht ihr auf der Bühne und wollt ihr auch die letzte Reihe erreichen? Dann schickt eure Stimme bis hinter die letzte Reihe – am besten konzentriert euch auf einen Punkt, der sich ca. 1 Meter hinter der weitesten Person befindet. Die Tür, das Fenster, die Wanduhr. Wichtig dabei: nicht aus dem Hals schreien, sondern die Bauchstimme verwenden. Womit wir wieder bei Punkt 1) wären.

Das sind nur drei von circa 10 super wichtigen Punkten. Im Stimmworkshop lassen wir kein Thema aus, das zu einer angenehmen Stimme und klaren Aussprache führt. Dazu gehören noch Sprechtechnik, Stimmung und Dramaturgie, Pausen, Ähms und Füllwörter, Akzente und Dialekte. Ihr erfährt auch, was einen professionellen Sprecher ausmacht und warum Menschen manchen Sprechern an den Lippen hängen – und vielen nicht. 

Ich biete zu diesem Thema regelmässig Webinare und Workshops an: 

Lernt, wie euer wichtigstes Kommunikationsinstrument – die Stimme – funktioniert und wie ihr euch optimal einstimmt, damit auch ihr eine kräftige, laute und gut verständliche Sprechweise erlangt. Denn mit einer trainierten Stimme schafft ihr Vertrauen und wirkt kompetent – und kommt beim Reden auch nicht mehr aus der Puste. Souveränität ist hörbar und eure Stimme ist immer noch ein stark vernachlässigter Erfolgs- und Karrierefaktor! Das werden wir gemeinsam ändern! Versprochen. 

Und was sagen die TN meiner Stimm-Trainings/Workshops:

  • „Hatte AHA-Momente“, Avi Kravitz, Cybertrap 

  • „Top empfehlenswert … als nächsten Termin freue ich mich auf das Podcast Training!“, Eva Nevinova, MSc

  • „Danke, großartig wars“, Cindy Laisser-Haller/Comm.Conn

  • „War wirklich sehr interessant; auch für Leute, die bereits an Sprechseminaren teilgenommen haben. Nikola ist zudem äußerst sympathisch“ Mag. Daniela Z.

  • „Ich finde du bist eine tolle Trainerin und ich habe innerhalb kurzer Zeit sehr viel gelernt. Bin jetzt endlich zufrieden mit meiner Stimme.“, Johannes Steindl

  • „Also Nikola ich weiß nicht wie ich mich bei Dir bedanken soll!!! Das Seminar war wirklich ein Erfolg und alle Kollegen schwärmen noch immer von Dir…“ DI Uwe Völk

  • „Macht das, Leute! Sinnvoller kann man Geld nicht ausgeben. Eigentlich müssten solche Schulungen Teil jeder Ausbildung sein, jeder höheren auf alle Fälle, ganz unabhängig vom Beruf. Und weil dem nicht so ist, macht einen Termin bei Nikola Vodicka. Sie ist die Beste.“, Thomas P. Eppinger, Menawatch

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