Letzte Woche saß ich in einem Meeting mit Führungskräften eines großen Unternehmens. Meine Aufgabe war zuzuhören und zu analysieren.
Eine Person hat locker 15 Minuten am Stück geredet. Ohne Punkt, ohne Pause. Die meisten Sätze wurden mit UND verbunden, die Stimme geht am Ende jedes Satzes nach oben. Alles klang gleich. Gleich monoton.
Ich habe mehrmals den Faden verloren. Das interessante daran: nicht nur eine Führungskraft hat so gesprochen. Nahezu alle hatten den gleichen Corporate-Sprech. Faszinierend.
Am Ende kam ein „Gibt's Fragen?" Stille. Dann war die oder der Nächste dran. Das Meeting hat (natürlich) länger gedauert als geplant. (Natürlich) ohne Ergebnis.
Am Schluss wurde ein neuer Termin für das Fortsetzungsmeeting vereinbart.
Was mich dabei am meisten beschäftigt: Alle in diesem Raum waren smart, alle wollten etwas bewegen. Aber niemand hat gelernt, klar, strukturiert, auf den Punkt zu kommunizieren.
Ich arbeite seit Jahren mit Führungskräften und Teams in Unternehmen und Konzernen. Und ich sehe immer wieder dasselbe: Unternehmen investieren in Strategie, in Tools, in Prozesse. Aber die eine Fähigkeit, die bestimmt,
ob Entscheidungen wirklich getroffen werden,
ob Teams wirklich in dieselbe Richtung gehen,
ob Meetings ein Ergebnis haben,
die wird vorausgesetzt.
Eloquente Kommunikation ist kein Talent, mit dem wir auf die Welt kommen. Es ist ein Skill. Und der muss erlernt werden.
In Unternehmen, mit denen ich arbeite, ändern wir genau das. Mit klaren Regeln, die jeder sofort anwenden kann. Meetings werden kürzer, Entscheidungen fallen schneller. Und das Fortsetzungsmeeting bleibt oft aus.